Mathestunde mit Nine Inch Nails
Dominique Rais - Nine Inch Nails haben im Zürcher Hallenstadion gespielt. Ein Vergleich zur Mathematik war dabei unvermeidlich.
Andererseits ist der hergestellte Vergleich mit den Nine Inch Nails hin zur Mathematik keinesfalls so abwegig, wie er auf den ersten Moment hin scheint. Die Mathematik ist seit Generationen, zumindest für einige, ein rotes Tuch, wenn nicht gar ein Stein des Anstosses. Wobei sie sich vergleichsweise hartnäckig verhält wie das seit bereits über zwei Jahrzehnten erfolgreich funktionierende Musikprojekt von Trent Reznor. Zugegeben, könnte man Matheformeln in NIN-Manier vertonen, dürften selbst Mathehasser angehalten sein ihre Position zu überdenken.
Bis es soweit ist, erfüllt auch ein Konzertbesuch diesen Zweck. Der Industrial-Rock gekoppelt mit der Licht-Show brachten jegliche Synapsen-Verbindungen zum Knallen. Aufblinkende LEDs, übers 4’500-köpfige Publikum hinweg streifende Scheinwerfer und Strobo-Effekte untermalten die wummernden Beats, quietschenden und von Zeit zu Zeit aufrülpsenden Elektroklänge gemischt mit kreischenden Gitarrenriffs. So war es auch nicht weiter störend, dass Trent Reznor kein Mann der grossen Worte ist. Wenn einst Reznor selbst Drogen einwarf um der Sinneserweiterung auf die Sprünge zu helfen, so reichte gestern Abend gänzlich und allein der 100-minütige Aufritt aus um das Publikum in einen ähnlich extatischen Zustand zu versetzen.